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Der Mensch von Heute

"Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist nicht die Verwirklichung des Menschen. Das Ziel der heutigen Gesellschaft ist der Profit des investierten Kapitals" (Erich Fromm)




Wie Recht doch Erich Fromm schon damals mit dieser Aussage hatte.

Es fängt dabei an, dass ich möglichst viel für mein Geld haben will, respektive möglichst wenig für eine Sache bezahlen will. Massentierhaltung, Kinderarbeit, unterbezahlte Arbeiter sind nur einige Resultate davon. Weitere Erläuterungen der Konsequenzen braucht es glaube ich nicht.

Und wenn ich (viel) Geld bezahle, will ich aber auch eine anständige Leistung dafür, wehe ich muss die KiTa-Betreuungskosten dennoch voll bezahlen, auch wenn ich mein Kind nicht bringen konnte, da es krank war; bei den hohen Krankenkassenbeiträgen die wir bezahlen, erwarte ich auch sofortige vollumfängliche Diagnostik - natürlich auch am Wochenende - mit den allerteuersten Methoden und besten Therapien, schliesslich bezahle ich ja auch dafür...die Liste liese sich noch beliebig erweitern...


Umgekehrt will ich für meine Leistung auch entsprechend entlöhnt werden. Im beruflichen Umfeld kann ich die teilweise berechtigten Forderungen nach besserer Entlöhnung verstehen. Aber auch dort sind es oft nur wenige die bereit sind mehr als nur Dienst nach Vorschrift zu machen. Sobald es um Freiwilligenarbeit geht, egal ob in der Jugendarbeit, im sozialen Bereich oder im Vereinsleben, sind engagierte Menschen rar.


Selbst in einer Krisensituation, wie wir sie jetzt wegen des Corona-Virus haben, hält die Solidarität nicht lange an. Schon bald hat der westliche Mensch genug vom Rücksichtnehmen und sein Fokus verschiebt sich wieder zurück zum Ego.


Klar, der Spruch "Es ist ein Geben und ein Nehmen" hat auch seine Berechtigung, aber er soll bitte nicht in jeder Situation erwartet und erzwungen werden. Wenn ich etwas gebe, dann reicht ein Danke doch völlig aus. Es muss nicht 1:1 zurück gegeben werden, denn vielleicht erhalte ich von einer anderen Seite etwas, dass ich nicht zurück geben kann und so weiter, vielleicht schliesst sich der Kreis irgendwann...und wenn nicht ist es auch nicht schlimm. Es wird immer Menschen geben, die sind in einer glücklichen Lage und können mehr geben als andere.


Zum Glück gibt es sie aber noch (und hoffentlich auch zunehmend wieder mehr), Menschen, die anderen helfen ohne eine Gegenleistung zu erwarten, Menschen die einen Beruf ausführen weil er ihnen Spass macht und nicht weil sie dabei möglichst viel Geld verdienen, Menschen, die sich als Individuum zu Gunsten der Gemeinschaft auch mal hinten anstellen, Menschen denen es mehr ums "Sein" als ums "Haben" geht.

 
 
 

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